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Per Hand schleifen - Beispiel Holz

Gerade bei kleinen, gekrümmten Flächen greifen viele Handwerker schnell zu Schleifmitteln und bearbeiten die Werkstückoberfläche per Hand. Aufgrund des besseren Handlings bietet sich der Handschliff mit einem Schleifklotz oder einem Schleifschwamm an. Diese bestehen entweder aus Kork, Holz oder sogar aus Kunststoff. Hierzu wird der Handschleifklotz lediglich mit zugeschnittenem Schleifmittel umwickelt. Damit das Schleifmittel nicht verrutscht, gibt es spezielle Klötze, die ein Einspannen des Schleifmittels auf der Oberseite ermöglichen. Handelt es sich um einen Handschleifklotz aus Kork, kann das Schleifmittel mit Hilfe einer Reißzwecke befestigt werden.

AWUKO Abrasives Wandmacher GmbH & Co. KG

Hinweis!
Bevor es ans Schleifen geht, empfehlen wir Ihnen, das Werkstück gut (bspw. per Schraubzwinge) zu fixieren. Am besten benutzen Sie daher eine stabile Werkbank mit einem Schraubstock. Falls das Werkmaterial Vollholz ist, sollte immer in Richtung der Maserung geschliffen werden. Andernfalls können Kratzer entstehen.

Das richtige Schleifmittel

Faustregel: Geschliffen wird immer von Grob zu Fein. Grobes Schleifmittel zerspant die Oberfläche stärker als feines Schleifmittel. Somit erreicht grobes Schleifmittel einen höheren Abtrag des Materials. Nach dem Grobschliff folgt der Schliff mit feinerem Schleifmittel. So schleift das jeweils feinere Schleifpapier die Spuren des gröberen Schleifmittels weg und verfeinert sichtbar die Oberfläche.

Für den Anfang, also für den Grobschliff, eignet sich Schleifpapier (umgangssprachlich Schmirgelpapier oder Sandpapier) der Körnung P-60 oder P-40. Sind Sie nicht mit Schleifmitteln vertraut, vermeiden Sie gröberes Schleifmittel als P-80. Die Schleifanwendung dauert länger, aber somit vermeiden Sie unschöne Spuren am Holz, die nur schwer wieder mit feinerem "Sandpapier" auszugleichen sind.

Nach dem Grobschliff erfolgt der s.g. Mittelschliff. Hierzu verwendet man am besten Schleifmittel mit einer P-120er- oder je nach Holzhärte P-180er-Körnung. Schon im Mittelschliff können die Spuren des Grobschliffs ausgeglichen werden und Sie bereiten somit das Holz auf den Feinschliff vor.

Der Feinschliff erfolgt mit einer Körnung ab P-240 beziehungsweise P-320. Beim Feinschliff wird die Faserstruktur des Holzes geglättet und für mögliche Nacharbeiten, wie das Lackieren vorbereitet.

Beim Kauf des richtigen Schleifmittels kommt es vor allem auf die Standzeit des jeweiligen Materials an. Dabei gibt die Standzeit an, wie lange das Schleifwerkzeug verwendet werden kann, bis es keine Zerspanungswirkung mehr hat. Für Holz eignet sich Korund (meist rotbraun) oder schärfere Schleifmittel mit Siliziumcarbit. Die letztere Kornart ist jedoch deutlich teurer.

Holzfaser

Schleifen per Hand - eine Zusammenfassung

Der Grobschliff

Für den Grobschliff verwenden Sie am besten Schleifmittel mit einer Körnung von P-60 bis P-80. Schleifen Sie mit geringem Druck entlang der Maserung. Somit beseitigen Sie grobe Unebenheiten und abstehende Fasern.

Der Mittelschliff

Mit einem Schwamm befeuchten Sie beim Mittelschliff das Holz respektive das Werkstück. Somit binden Sie den Schleifstaub und die feuchten Holzfasern stellen sich zur besseren Bearbeitung auf. Nutzen Sie für den Mittelschliff Schleifmittel der Körnung P-120 bis P-140. Der Vorteil des Befeuchtens:

Hilfreiches: Kurven am Werkstück sind meist nur von Hand zu schleifen. Nutzen Sie hierzu Schleifschwämme. Diese passen sich allen Konturen des Werkstückes an. Ein weiterer Vorteil ist, dass beim Nassschleifen der Schwamm als Wasserspeicher genutzt werden kann.

Fazit

Für gelungene Holzbearbeitungsprojekte sollten Sie schwer zugängliche Bereiche per Handschliff bearbeiten. Alle Bereiche sollten vor dem Beizen und Veredeln gleichmäßig geschliffen sein. Der Aufwand zeigt sich deutlich in der Qualität Ihrer fertigen Arbeit.

Der Handschliff

Der Handschliff eignet sich aber nur zum Schleifen von Holz. Folgende Bereiche werden heute per Handschliff erledigt:

  • Feinschleifen von Füllern etwa bei Karosserie Reparaturen
  • Entfernen von Anlauffarben auf Metall mit Schleifvlies
  • Entfernung von alten Anstrichen etwa auf Fensterrahmen oder Türen
  • Schleifen von Möbeln
  • Schleifen von Holz- und Kunststoffoberflächen
  • Oberflächenbearbeitung vor dem Aufbringen von Korrosionsschutz
  • Konturschleifen von Freiformen