Die Bindung

Die Bindung

Auf der folgenden Seite finden Sie eine Einführung in die Grundlagen der Kornbindung auf dem Untergrund und das Thema Wirkstoffbeschichtung.
Ziel ist es, ein Verständnis für die Aufgaben und Unterschiede der Haftungen zu entwickeln, um in der Praxis das richtige Schleifpapier auswählen zu können.

AWUKO Abrasives Wandmacher GmbH & Co. KG

Querschnittsübersicht

1. Schleifmittelträger
2. Grundbindung
3. Deckbindung
4. Schleifkorn
5. Beschichtung (Wirkstoffbeschichtung)

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Der Deckbinder

Die Deckschicht ist meist eine Kunstharzschicht, die dafür sorgt, dass das Korn auf der Oberfläche haftet und nicht durch Abriebkräfte, die beim Schleifen entstehen, ausbricht.
Abhängig vom zu verarbeitenden Material ist Dicke der Schicht.

1. auftretende Kräfte
2. Deckschicht
3. Deckbindung

Aufgrund der Kräfte, die während des Schleifvorgangs auf das Korn wirken, muss die Deckbindung den Halt der Kornschicht ermöglichen.

Deckverbindung im Metallbereich

Im Metallbereich wird die Deckbindung so aufgebracht, dass das Korn so weit wie möglich aus dieser herausragt. Während des Metallschleifens nutzt sich das Korn schnell ab. Je höher das Korn aus der Oberflächenbindung herausragt, desto länger ist die Lebensdauer des Schleifmittels.

Jedoch muss eine ausreichende Stabilität aufrechterhalten werden, damit das Korn nicht aus der Sekundärschicht ausbricht. Die Körnung nutzt sich beim Metallschleifen ab. Je höher es aus der Oberflächenbindung herausragt, desto größer ist die Aggressivität sowie die Standzeit des Schleifmittels.

Deckbindung im Holzbereich

Holz ist im Vergleich zu Metall ein weicher Werkstoff. Die Körnung des Schleifmittels nutzt sich beim Schleifen nicht wie beim Metallschliff ab.
Die Lebensdauer des Schleifmittels ist jedoch dadurch begrenzt, dass sich Holzspäne in den Zwischenräumen zwischen den Körnern ablagern. Dieser Vorgang wird im Allgemeinen als "zusetzen" bezeichnet. Um dem Span dafür möglichst wenig Platz zu geben, wird die Deckschicht aufgefüllt. Die Zwischenräume zwischen den Körnern sind daher flacher und die Späne können leichter herausrutschen.

Bei optimatelem Schliff wird die Maserung beim Holzschleifen nicht zerstört. Das Korn ragt daher wenig aus der Oberflächenbindung heraus, so dass die Späne leichter aus den Lücken zwischen den Körnern herausrutschen können.

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Wirkstoffbeschichtungen

Einige Holz-Schleifmittel, wie Schleifmittel für harzhaltige Holzarten werden mit einer speziellen Wirkstoffbeschichtung angeboten. Die Oberfläche ist mit einer Deckschicht beschichtet, die dem Schleifmittel weitere Eigenschaften für einen optimalen Schleifprozess verleiht.

Wirkstoffbeschichtungen werden unterschieden in:

  • Multibond
  • Stearatbeschichtungen
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1. Stearat Deckmittel
2. Korn
3. Bindung

Die Wirkstoffbeschichtung ist eine Schicht, die sich über der äußeren Bindung befindet und das Korn fixiert.

Multibond-Binder

Multibond: Sie sorgen für eine reduzierte Wärmeerzeugung in der Werkstoffbearbeitung. Der Schleifprozess ist daher kühler und die Schleifkörner nutzen sich langsamer ab. Die Lebensdauer des Schleifmittels (bspw. Breit- und Langbänder, aber auch Schmalbänder) verlängert sich.

Aufgrund der verringerten Wärmeentwicklung können legierte und hochlegierte Stähle mit höheren Anpressdrücken geschliffen werden. Schleifmittel ohne Beschichtung erzeugen eine höhere Schleifprozesshitze, die die Werkstückoberfläche blau färbt. Die blaue Anlauffarbe zeigt eine oxidierte Oberfläche, auf der sich die für den Korrosionsschutz wichtige Oxidschicht nicht mehr bilden kann. Rost ist die Folge.

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Die Stearatbeschichtung

Eine Stearatbeschichtung verhindert ein vorzeitiges Verstopfen der Schleifmittel. Besonders bei Schleifanwendungen auf Farbflächen, Lacken und Kunststoffen wird ein frühzeitiges "Zusetzen" somit verhindert. Dies verlängert die Lebensdauer und somit die Standzeit des Schleifwerkzeuges erheblich.

Differenzierung der Körnungstypen

Die Oberflächenbindung ist ein weiterer Auswahlfaktor für die Verwendung des Schleifmittels. Beispielsweise haben Holzwerkstoffe eine völlig andere Spanbildung als Metallwerkstoffe und erfordern daher unterschiedliche Bedingungen für eine optimale Verarbeitung.

Die richtige Wahl der Bindung sorgt für eine deutlich längere Lebensdauer der Schleifbänder. Darüber hinaus erweitern Wirkstoffbeschichtungen die Eigenschaften des Schleifmittels und tragen zur weiteren Optimierung des Schleifbildes bei.