Das Schleifkorn

Das Schleifkorn

Das Schleifmittel bestimmt die Qualität und das Finish, die für die Schleifbearbeitung von Werkstücken benötigt wird.
Die Auswahl des Schleifkorns im Verhältnis zum Material ist ein entscheidender Faktor für den effizienten und vernünftigen Einsatz von Schleifwerkzeugen. Auf den folgenden Zeilen finden Sie eine Einführung in die Grundlagen der verschiedenen Kornarten und deren Eignung für die Bearbeitung verschiedener Werkstoffe.

AWUKO Abrasives Wandmacher GmbH & Co. KG

Der "reine" Korund ist nur eine von insgesamt vier Arten von Körnern, die für Schleifmittel verwendet werden.
Diese Körnungstypen lauten:

  • Korund
  • Zirkoniumkorund (ZK)
  • Sol-Gel-Korund (SG)
  • Siliziumkarbid (SIC)

Korund (HEK)

Korund wird aufgrund seiner Reinheit unterteilt in:
Name Reinheit
Normalkorund 94 to 98%
Halbedelkorund 98 to 99%
Korund (Edelkorund) purity approx. 99.5 to 100%

Eine leichte Verunreinigung des Korunds erhöht die Schleifqualität. Daher wird Halbedelkorund normalerweise als Schleifmittel verwendet.
Korund hat ein keilförmiges Aussehen und schleift sich unter Last herunter.

Korund

Zirkonkorund (ZK)

Zirkonkorund besteht aus Korund und Zirkonoxid. Wie Korund hat es eine keilförmige Form; hat jedoch eine mikrokristalline Struktur. Aufgrund dieser Struktur brechen beim Schleifen immer wieder kleine Teile der Körnung ab, was zum Selbstschärfungsprozess führt (Mikrosplitterung). Durch die neuen Bruchkanten bleibt die Körnung scharf und die Schleifqualität bleibt bestehen.

Zirkonkorund (ZK)

Sol-Gel-Korund (SG)

Sol-Gel-Korund, oder auch Sinterkorund genannt hat wie Zirkonoxidkorund aufgrund seiner mikrokristallinen Struktur eine selbstschärfende Wirkung. Es ist jedoch stabiler und druckbeständiger als Zirkonoxid-Aluminiumoxid. Der mikrokristalline Verschleiß gewährleistet ein aggressives Schleifen über die gesamte Lebensdauer des Schleifmittels. Um den Verschleiß der Körnung zu gewährleisten, sind entsprechend hohe Kontaktkräfte erforderlich, die nur mit stationären Maschinen erreicht werden können.

Siliziumkarbid (SIC)

Siliziumkarbid hat eine starke keilförmige Form. Seine Oberfläche ist sehr hart und scharfkantig. Diese Eigenschaften bestimmen den Anwendungsbereich von Siliciumcarbid. Die Schärfe wird benötigt, um an "weichen" Materialien zu arbeiten, die dazu neigen, die widerspenstig auf den Schleifprozess zu reagieren überhaut bearbeitbar zu machen - beispielsweise bei Kunststoffen Leder. Die Kornhärte hingegen wird für die Schleifbearbeitung harter Materialien (z. B. Stein, Glas) benötigt.

Keramik

Keramische Aluminiumoxid-Schleifkörner werden oftmals nur als "Keramik" bezeichnet. Keramische Aluminiumoxid ist meist härter und schärfer als konventionelles Schleifkorn. Das Korn hat eine mikrokristalline Struktur und wirkt während des Schleifprozesses selbstschärfend. Die selbstschärfende Wirkung führt zu einer Verringerung des Abrichtzyklus sowie zu einem kühleren Schliff.

Sol-Gel-Korund (SG)

Differenzierung der Korntypen

Die Art der verwendeten Körnung hängt hauptsächlich vom zu verarbeitenden Material ab. Faktoren wie die verwendete Schleifmaschine, die Kontaktelemente und nicht zuletzt das Preis-Leistungs-Verhältnis bestimmen jedoch auch die Art der zu verwendenden Körnung. Diese zu berücksichtigenden Faktoren werden auf den folgenden Zeilen ausführlicher erläutert.

Schleifkornhärte

  • Wenn der Anpressdruck auf ein Werkstück imm Schleifprozess erhöht wird, bricht das Korn in Abhängigkeit der mechanischen Kräfte.
  • Je höher der Widerstand ist, desto härter muss das Schleifkorn sein.
  • Je härter das Korn, desto spröder und damit zerbrechlicher wird es.
Schleifkornhärte

Siliziumkarbid (SIC)
Korund (HEK)
Zirkonkorund (ZK)
Keramikkorn (SG)
Siliziumkarbid (SIC) ist das härteste Korn

Schleifkornzähigkeit

In Verbindung mit Schleifmitteln bedeutet Zähigkeit des Korns die Beständigkeit des Korns gegen Rissausbreitung. Wenn der Widerstand zu gering ist, nutzt sich die Körnung ohne Schleifeffekt ab. Die Zähigkeit nimmt von links nach rechts von Siliziumkarbid (SIC) zu Korund (HEK) zu Zirkoniumkorund (ZK) und Keramikkorn (SG) zu.